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Unterschied Doktor und Wissensarbeiter

Auf dem ersten Blick möchte man meinen, dass ein Doktor auf jeden Fall ein Wissensarbeiter ist. Vorausgesetzt der Doktor in diesem Artikel wird nicht mit dem Arzt-Doktor verwechselt. Obwohl heute (30.03.) zwar der National Doctor’s Day ist, hat er mit dem akademischen Grad nur bedingt etwas zu tun. Umgekehrt ist ein Wissensarbeiter noch lange kein Doktor. Die eigentliche Frage lautet, wer braucht noch einen Doktortitel, wenn es inhaltlich zum Wissensarbeiter kaum Unterscheide gibt?

 

Wer macht eigentlich was? 

Die Geschichte des Doktors ist über 900 Jahre alt und die des Wissensarbeiters wurde erstmalig 1959 erwähnt. Ihre Bedeutung wurde im Laufe der Zeit angepasst. Fakt ist, dass dem Doktoranden die Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten bescheinigt wird. Den Doktortitel erlangt der Kandidat durch eine Promotion. Promotion bedeutet wissenschaftliches Arbeiten und das wiederum beschreibt ein „methodisch-systematisches Vorgehen, bei dem die Ergebnisse der Arbeit für jeden objektiv nachvollziehbar oder wiederholbar sind“ (Quelle: Wikipedia). Das kommt mir irgendwie bekannt vor 😉 Denn laut Fraunhofer denken Wissensarbeiter „über neuartige und strategische Fragestellungen nach, analysieren und diagnostizieren komplexe Sachverhalte und Herausforderungen. Sie suchen und spüren relevante Informationen auf, um diese kreativ bei der Lösung aktueller oder neuartiger Fragestellungen von Kunden zu verarbeiten.“ Es ist anders formuliert, gleicht sich dennoch mit den Anforderungen eines Doktoranden. 

 

Führen alle (Doktor) Wege nach Rom?

So ein Doktortitel hat schon was. Es wurde und wird für Verknappung gesorgt und somit zieht es auch Leute an, die fachlich den Anforderungen nicht gewachsen sind. Es entstanden Marktlücken und dort herum Geschäftsmodelle. Das Resultat kennen wir: Plagiate, gekaufte und verliehene Doktortitel. Nicht selten verhilft ein Dr. vor dem Name zu einem Karrieresprung oder überhaupt erst einem Zugang zum Job der Begierde. Ökonomische Belange stehen dabei leider viel zu oft vor wissenschaftlicher Arbeit im Vordergrund. Alteingesessene Strukturen lassen sich eben schwer aufbrechen oder anders ausgedrückt: Innovationsfähigkeit bedeutet auch, Bestehendes auf den Prüfstand zu stellen und sich bei Bedarf davon zu trennen.

Blog 11 - Doktorhut
Mit selbigem Image hat der Wissensarbeiter nicht zu kämpfen, da er geschichtlich gesehen noch in den Kinderschuhen steckt. Ein Wissensarbeiter kann prinzipiell jeder werden, der sich den Anforderungen geistig gewachsen fühlt. In der Wirtschaft werden diese Kompetenzen sowohl gebraucht als auch gesucht. Diese Spezies muss ohne benannten Titel auskommen, was das Gerangel um „richtig gute“ Plätze erschwert. Vielleicht ist das ja ein Grund, warum es mittlerweile (insbesondere in der Startup-Szene) soviel absurde Stellenbezeichnungen gibt. Man sucht halt auf diesem Wege nach Alleinstellungsmerkmale. An Kreativität fehlt es ihnen definitiv nicht, am Sinn schon eher. 

 

Fazit

Um sich einen Doktortitel „ehrlich“ zu erarbeiten, nimmt der- oder diejenige viele Entbehrungen auf sich. Und das im Normalfall parallel zu bestehenden Aufgaben. Reines studieren ist im Vergleich einfacher zu handhaben. Aber wenn ein Doktor nicht das macht, was ursprünglich vorgesehen war (Zweck des Lehramtes), sondern nur (wirtschaftliches) Mittel zum Zweck ist, ist die Existenzfrage berechtigt. Denn in einer wissensbasierten Wirtschaft werden beide Seiten benötigt. Und einem anspruchsvollen Problem ist es völlig egal, wer von beiden dafür die Lösung herbeiführt. 

Bleiben Sie neugierig und innovativ!

Ihr InnoCademy-Team

Bildquelle: Pixabay 


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Falk Mahlendorf

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